BERICHT 2007
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Das Projekt FICOM
übertraf alle Erwartungen: Bauern schaffen sich Einkommen und
sie nutzen ihre Geschäftskenntnisse zur Gründung neuer Unternehmen.
Das Programm ist heute selbsttragend. Seit Juni 2006 betreibt
es die Bauernvereinigung der Region Kayunga.
Wichtige telefonische Tipps für den Anbau
und über das Wetter kommen aus dem
Zentralbüro der nationalen Bauernvereinigung
Ugandas bis in die regionalen Zweigstellen
und gehen von dort aus weiter an 24
‚Dorftelefonzentralen‘. Dort besitzt jede
Bauerngruppe ein Mobiltelefon und gibt
die erhaltenen Informationen an Kollegen
weiter. Bauern erhalten und versenden
auch SMS-Mitteilungen mit den aktuellsten
Marktpreisen. Solche Informationen ersparen
ihnen unter Umständen einen ganzen
Reisetag zum Markt.
Die SFSA bürgte für Kredite. Die Bauern
erhielten dadurch Kapital von Kleinkreditunternehmen zum Kauf
von Mobiltelefonen. Nun verkaufen sie Nutzungsrechte von Gesprächseinheiten
auf den Dorftelefonen an Dritte und erzielen damit Gewinn. Die
Gewinne wiederum verhalfen zur Schaffung neuer Einkommensquellen.
In einem Fall diente der Gewinn zur Anschaffung zweier Fähren
für den morgen- und abendlichen Passagiertransport über den
Nil.
Milly Sekandi – ein Mitglied der Zibula
Atudde Frauengruppe – kaufte ein Dorftelefon.
Sie und andere Bauern pflanzten
Hochlandreis und Mais. Mit dem Telefon
erkundigen sie sich nun in Kampala und in
den grenznahen Märkten in Busia in Kenia
nach den aktuellen Preisen für ihre Produkte.
Noch vor wenigen Jahren waren sie dafür
auf Mittelsmänner angewiesen, welche die
Ankaufspreise festlegten und den Grossteil
des Verkaufsgewinns selbst behielten. |
Einige Bauern vernetzen sich mit Käufern aus
Kenia. Früher mussten sie unter Umständen
tagelang an einem Treffpunkt auf sie warten.
Heute können sie auf ihren Höfen bleiben, bis
der Käufer anruft, sobald er in der Nähe ist.
Andere nutzen die Telefone um Milchlieferungen
zu koordinieren. Zubairi
Sebyala zum Beispiel ist die Telefonistin des
Dorftelefons in der auf Milchproduktion
spezialisierten Molkerei von Bugerere,
in Baale im Norden der Region Kayunga.
Weil die Milch in der Hitze rasch verdirbt,
kann jede Lieferungsverzögerung eine
Katastrophe auslösen. Mittels der Dorftelefone
können die Milchbauern nun die
Preise auch in weit entfernten Märkten
abfragen. Sie halten direkten Kontakt zu
den Käufern, um prompte Lieferungen zu
vereinbaren, bevor die Milch sauer wird.

Die SFSA investiert
im Projekt ASPIRE
in den Aufbau von kleinen und mittleren Unternehmen in Ostafrika.
Sie tut dies gemeinsam mit der Deutsche
Bank Americas Foundation, mit der Skoll-
und der Shell-
Stiftung. GroFin ist eine spezialisierte Unternehmensberatung
und betreibt das Projekt ASPIRE.
GroFin finanziert und berät lebensfähige
Unternehmungen mit einem guten
Businessplan in Kenia, Ruanda, Tansania
und Uganda. Dieser zählt mehr, als bisherige
Erfolge oder Ähnliches. Unternehmen erhalten
bis zu einer Million US-Dollar an Finanzmitteln.
Im Grunde ist aber die vermittelte Geschäftserfahrung
der Co-Investoren der grösste
Nutzen bei der erfolgreichen Umsetzung
der Businesspläne.
Seit 2006 investierte ASPIRE mehr
als sieben Millionen US-Dollar in 21 Unternehmen. Diese Investition
schuf annähernd 600 Arbeitsplätze. Im Verlauf der nächsten zwei
Jahre möchten wir zusätzlich weitere 70 Unternehmen fördern. |

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